RWV Reiat Wasserversorgung
 
Mitteilungsblatt der RWV Dezember 2016
Wurde in die Haushalte verteilt (Stand 07.01.2017):
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Nächste Delegiertenversammlung: 17. Mai 2017


Budget 2017
Das Budget wurde an der DV vom 23.11.2016 vorgelegt und einstimmig genehmigt.
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Budget 2016
Das Budget 2016 wurde an der DV vom 23.11.2016 vorgelegt und einstimmig genehmigt.
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Rechnung 2015
Die Rechnung der RWV wurde von den Delegierten an der DV vom 1. Juni 2016 genehmigt.
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Wasserverluste – und was wir dagegen tun
Wasserverluste sind selten an der Oberfläche zu sehen. Sie müssen geortet werden. Ortungen sind zeitaufwändig.


Wasserverlust im Netz?
Die Beschaffung und Verteilung unseres Trinkwassers muss heutzutage nach wirtschaftlichen Grundsätzen und auch in Sorge um das kostbare Gut erfolgen. Aus dieser Verpflichtung heraus ist es die Aufgabe der Betriebsleitung, unnötige Wasserverluste infolge von defekten Rohrverbindungen, Korrosionslöchern oder Rohrbrüchen im Leitungsnetz zu beheben. Jährlich beheben wir ca. 16 Leckstellen im Netz. An Graugussleitungen kann es nach hartem Frost einen Spannungsriss geben. Die meisten Leckstellen jedoch sind an duktilen Gussleitungen - sogenannter Lochfrass. Lochfrass tritt auf bei Gussleitungen die durch Kriechströme/Erdungen/Potenzialausgleich belastet wurden oder die schlecht verlegt wurden. Kunststoffleitungen sind leider von Leckagen auch nicht verschont, sind es doch aber eher Materialfehler und Ausführungsfehler der Rohrleger als Alterungslecke.


Vorgehensweise gegen Verluste
Reservoirabsenkung: Die einfachste Netzüberwachung ist dieReservoirabsenkung. Mit Hilfe von Wasserstandsmessern kann die Reservoirabsenkung gemessen und mit einem geeigneten Datenspeicher erfasst werden. Jedes Reservoir hat Richtwerte, in welchem Bereich sich eine Absenkung befinden sollte. Die Abflussmengen können einfach errechnet und analysiert werden. Mit einer einzigen Messung kann entschieden werden, ob im Netz nennenswerte Verluste vorhanden sind. Zugleich werden die Verluste und deren Behebung in eine Dringlichkeit eingestuft. Der Nachteil dieser Messung ist, dass die Daten keine Angaben machen können, wo die Verluststelle ist.


Leckvorortung
Wird festgestellt, dass in einer Reservoirzone ein Verlust ist, kommt das Abhorchverfahren zur Anwendung. Mittels Abhorchgerät wird an Hydranten, Schiebern und dgl. nach Geräuschen gesucht und im Netz grob lokalisiert. Dieser Vorgang ist oft sehr zeitintensiv. Es kann durchaus vorkommen, dass man Geräuschen folgt, welche sich schlussendlich als Wasserbezüger herausstellen.
Umgebungsgeräusche wie Verkehr, Rasenmäher oder Flugzeuge stören diese Arbeit massiv, sodass vor allem nachts abgehört wird. Das Abhorchen verlangt von den Mitarbeitern sehr viel Grunderfahrung, sollten sie doch bereits beim Horchen deren Gründe und Ursachen heraushören können.


Leck Punktortung mittels Bodenmikrofon
Als eine altbewährte Leck Punktortung dient das oberflächliche Abhorchen mit Hilfe von Bodenmikrofonen. Die Austrittsgeräusche an der Leckstelle werden über das Erdreich an die Erdoberfläche geleitet und mit dem Bodenmikrofon erfasst. Schwierig und arbeitsintensiv wird die Punktortung im losen Untergrund (Wiese, Verbundsteinplätze etc.).


Leck Punktortung mittels Korrelation
Die Korrelation dient zum elektronischen Ausmessen von Leitungsabschnitten. Leckgeräusche breiten sich an der Wasserleitung dem Rohr entlang gleichmässig aus. Beim Korrelieren wird je vor und nach der vermuteten Leckstelle ein Sensor an der Leitung installiert. Diese Sensoren funken die Leckgeräusche direkt einer Rechnerzentrale zu. Diese errechnet den Ursprung des Leckgeräusches, indem die Verzögerung des eintreffenden Geräusches gemessen und mit den Rohreigenschaften wie Länge, Material und Durchmesser einer Gleichung unterzogen wird. Leckstellen werden so sehr schnell eingegrenzt. Nach der Korrelation muss nur ein kleiner Abschnitt mit dem Bodenmikrofon abgehorcht werden. Die Korrelation reagiert kaum auf Umgebungsgeräusche.


Wasserverlustanalyse
Zusätzlich zu den oben beschriebenen Verlustüberwachungen wird alle drei Jahre das ganze Netz (50'000 Meter) auf Leckstellen untersucht, die sich einschleichen, sehr klein sind und meist keine Geräusche abgeben. Vor allem bei Kunststoffleitungen oder bei weiten Distanzen an Pump- und Verteilleitungen hat diese Messmethode Vorteile. Hier kommt die Druckeinspeisung zur Anwendung. Es werden keine Geräusche gehorcht, sondern die Leitungen werden bei normalen Druckverhältnissen ausgelitert.

Das Spezialfahrzeug mit regulierbarer Stufenpumpe und Frischwassertank wird an einem Hydrant innerhalb eines Netzabschnittes angeschlossen. Durch Schliessen der Schieber wird der zu untersuchende Netzteil vom übrigen Netz getrennt. Während der Versorgung durch das Fahrzeug werden die Daten erfasst und vor Ort ausgewertet. So wird das ganze RWV-Netz inkl. Hauszuleitungen auf Verluste geprüft. Die letzte Prüfung fand Anfang September 2006 statt. Während drei Tagen wurden 45 Messungen gemacht. Zwei Leckstellen an Quartierleitungen und eine Leckstelle in einer Liegenschaft waren das Ergebnis der Ausliterung.

Adrian Waldvogel